Home | Informations générales | Wenn es bei den Renten knapp wird...

Wenn es bei den Renten knapp wird...

Taille de la police: Decrease font Enlarge font
image Wie kräftig sind die Beine, auf denen das Rentensystem des Großherzogtums steht? (Archivfoto: AP)

Altersarmut verhindern und einen gewissen Lebensstandard im Alter wahren: Darauf sind die Pensions systeme in Europa angelegt. Dennoch gibt es gewaltige Unter schiede zwischen den Ländern, was das Renteneintrittsalter oder das Armutsrisiko von Rentnern betrifft.

Stefan Osorio-König

Das Luxemburger Rentensystem steht auf kräftigen Beinen, mit einer Reserve von rund neun Milliarden Euro. Anfang der 1980er Jahre betrug diese mit knapp über 664 Millionen Euro nicht einmal ein Zehntel des heutigen Wertes.
Grund für diese Situation waren das starke Wirtschaftswachstum im Land, die damit einhergehende niedrige Arbeitslosigkeit, der hohe Beschäftigungsgrad und vor allem die stark gewachsene Zahl der Grenzgänger und ausländischen Arbeitnehmer, die mit ihren Beiträgen die Rentenkasse speisen.
Da die Beitragsmasse stärker gestiegen ist als das Rentenniveau, hat sich über die Jahre eine ansehnliche Reserve aufgebaut.
Doch diese Situation ist nicht in allen europäischen Ländern so rosig. Viele Staaten kämpfen mit höheren Ausgaben für Rentnerinnen und Rentner, bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen. So wurden in Deutschland in den letzten Jahren die Renten nicht oder kaum erhöht.

Luxemburg mit wenig Altersarmut

Die Rentensysteme lassen sich im Prinzip nur dadurch stabilisieren, indem die Beiträge für die Arbeitnehmer und/oder Unternehmen erhöht oder die Leistungen zurückgefahren werden. Doch das ist politisch oft schwer umzusetzen.
Die andere Möglichkeit ist eine staatliche Bezuschussung der Rentenkassen. Doch auch diese muss letztendlich über Steuern und Abgaben finanziert werden.
Um etwas Druck vom System wegzunehmen, ist man in einigen Ländern schon vor längerer Zeit dazu übergegangen, die private Vorsorge auf freiwilliger Basis zu fördern. Dazu gehören die sogenannten Betriebsrenten ebenso wie individuell geförderte Altersvorsorge, Stichwort „Riester-Rente“ in Deutschland.
Länder wie Belgien haben das reguläre Renteneintrittsalter für Frauen stufenweise von 60 auf 65 Jahre angehoben, Frankreich erhöht schrittweise die Beitragsjahre von 37,5 auf 41 Jahre.
Österreich hat die Abzüge auf die Rente für jedes Jahr der Frühpensionierung von zwei auf 4,2 Prozent erhöht.
In Luxemburg, wie in den meisten europäischen Ländern, gibt es eine Alters-, eine Invaliden- und eine Hinterbliebenenrente.

Alterspyramide als Gefahr für die Zukunft

Große Unterschiede gibt es hinsichtlich des Renteneintrittsalters. Scheiden Arbeitnehmer im Großherzogtum durchschnittlich mit 59,4 Jahren aus dem Arbeitsleben, so gehen Holländer oder Schweden erst mit 63,9 Jahren in Rente. Das sind immerhin gute viereinhalb Jahre später.
Allerdings lebt, wer in Luxemburg in Rente geht, mit einem relativ geringen Armutsrisiko. Nur sieben Prozent der Rentner sind der Gefahr ausgesetzt, in die Armut abzurutschen.
In Portugal hingegen leben 26 Prozent der über 65-Jährigen mit der Gefahr zu verarmen, in Belgien sind es immerhin noch 23 Prozent. In Frankreich und Deutschland sehen sich jeweils 13 Prozent der Rentner dieser Gefahr ausgesetzt.
Die Entwicklung der Altersstruktur in der europäischen Gesellschaft wird mittel- und langfristig dazu führen, dass immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Beiträge leisten müssen, um die Rentenzahlungen zu finanzieren. Auch auf Luxemburg wird sich in den nächsten Jahrzehnten der Druck auf das Rentensystem erhöhen, wenn all diejenigen, die in den vergangenen Jahren Beiträge bezahlt haben, selbst in Rente gehen werden. 

Ajouter à: Add to your del.icio.us del.icio.us | Digg this story Digg

Subscribe to comments feed Commentaires (0 posté):

total: | Affiché:

Postez votre commentaire comment

Entrez le code que vous voyez dans l'image s'il vous plait:

  • email Envoyer par email à un ami
  • print Version imprimable
  • Plain text Texte complet
Notes
Pas de note pour cet article
Estimez cet article
0