Dexia BIL sieht sich gestärkt
Am Freitagabend konnten die Mitarbeiter der Dexia in Luxemburg aufatmen: Ihre Bank ist nicht vom Abkommen der Gruppe mit der EU-Kommission betroffen. Dexia-BIL-Chef Frank Wagener sieht seine Bank sogar dadurch gestärkt.
Alexa Lepage
„Das Erste, was es über dieses Abkommen zu sagen gibt, ist, dass es endlich da ist“, sagte Frank Wagener gegenüber dem Tageblatt.
Die letzten Monate seien schwierig für die Mitarbeiter gewesen. Jetzt sei die Ungewissheit weg und man könne sich wieder auf die Arbeit konzentrieren. Die Verhandlungen mit der EU-Kommission haben sich über Monate hingezogen. Am Freitagabend machte die Dexia das Abkommen mit der EU-Kommission öffentlich. Dabei handelt es sich um ein Grundsatzabkommen, das noch der Zustimmung des neuen EU-Kommissars für Wettbewerb, Joaquin Almunia, bedarf. Er tritt seinen Posten am 9. Februar an. „Dabei handelt es sich aber um Formalitäten“, so Wagener. Laut Abkommen muss die Dexia ihre Bilanzsumme um 35 Prozent verringern.
Der Konzern trennt sich von den Kommunalfinanzierern Crediop und Sabadell in Italien und Spanien, der Versicherungssparte in der Türkei und einer Schalterbank in der Slowakei.
Gerüchte, wonach die Luxemburger Filiale verkauft würde, haben sich demnach nicht bestätigt. „Ich habe auch nie daran geglaubt“, sagt Frank Wagener. Der Restrukturierungsplan hat keinen Einfluss auf das Geschäft in Luxemburg. Im Gegenteil: „Die Reichweite der Gruppe wird kleiner. Dadurch nimmt unser Gewicht zu“, freut sich Wagener. Grundsätzlich könne man mit dem Abkommen leben. „Wir hatten ja schon Schritte in diese Richtung unternommen“, erinnert Wagener.
Die Dexia-Gruppe hat sich unter anderem bereits von ihrer Filiale FSA in den USA, Anteilen an Crédit du Nord und Kommunalkredit Austria getrennt. Aus Japan und Großbritannien hat Dexia sich ebenfalls verabschiedet. Jetzt will die Bank sich auf ihre historischen Märkte konzentrieren und das Geschäft in der Türkei ausbauen.
Bis zum 30. Juni 2010 will die Gruppe sich von den Staatsgarantien trennen und wieder auf eigenen Füßen stehen. In einer Pressemitteilung gibt Dexia sich zuversichtlich: Seit dem ersten Quartal 2009 schreibe die Bank wieder schwarze Zahlen.
Bis Ende 2011 sollen die Kosten um 600 Millionen Euro reduziert werden. Für 2009 war mit 200 Millionen Einsparungen gerechnet worden. Erzielt wurden 350 Millionen Euro.





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